Weindurchblick

Peter Feigl, Perfektionist im Münchner Atlantik, versteht es, Weine mit Charakter und Tiefgang zu präsentieren. Der Riesling Heiligenstein „M“ 2021 der Familie Topf ist einer davon – und zwar ein ganz großer.

Seit vielen Jahren verfolge ich die Entwicklung des Kamptals, und für mich ist es einfach großartig zu sehen, wie sich diese Region nach jahrzehntelanger, konsequenter Arbeit in die Riege der etablierten Weinregionen der Welt eingereiht hat. Einen maßgeblichen Anteil an dieser Erfolgsgeschichte hat die Familie Topf, die ich seit Langem persönlich kenne und schätze. Bereits seit 1885 bewirtschaften sie ihre Lagen mit großer Sorgfalt und einem klaren Qualitätsanspruch.

Heute wird das biologisch zertifizierte Weingut in fünfter Generation von den beiden Brüdern Maximilian und Hans-Peter geführt. Was mich immer beeindruckt hat, ist die Konsequenz, mit der jede Generation an der Idee festhält, authentische Weine mit unverwechselbarem Lagencharakter zu erzeugen. Dieser Gedanke zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte.

Besonders spannend finde ich einen Riesling, den Maximilian vinifiziert hat. Geprägt von seinen Praktika bei renommierten Weingütern weltweit bringt er hier neue Impulse ein, ohne die Herkunft zu verleugnen. Der Riesling Heiligenstein „M“ 2021, der es unter die „100 Best of Austria“ von Weinkritiker James Suckling geschafft hat, vereint saftige Steinobstfrucht mit einer eindringlichen, präzisen Mineralik.

Die Grundlage dafür liefert die Lage Heiligenstein selbst: Karge Gesteinskonglomerate aus Sandstein und Schiefer, die dem Wein seine unverwechselbare Spannung verleihen. Um die typische Rieslingfrucht noch stärker herauszuarbeiten, wird etwa ein Zehntel der Trauben gemeinsam mit dem schonend gepressten Most mitvergoren. Der Ausbau erfolgt ausschließlich im Stahltank, mit langen Hefekontakten über mehrere Monate hinweg. So bleibt die Klarheit der Frucht erhalten, während die Mineralik der kargen Böden im fertigen Wein besonders präzise zum Ausdruck kommt.

Ein Riesling, der Kraft und Eleganz vereint, ohne laut zu sein. Erst nach einem Jahr Flaschenreife kommt der Wein auf den Markt – und bereits der erste Schluck zeigt, dass auch große Weißweine Zeit brauchen, um ihr volles Potenzial zu entfalten. Kurz belüftet und dann direkt ins Glas eingeschenkt, passt der Heiligenstein „M“ perfekt zu hellen Fischgerichten, sanft geröstetem Steinbutt oder feinem Jakobsmuschel-Tatar. Ein Wein, der beweist, dass echte Größe leise auftreten kann – Only the Best, ganz klar.

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