Lifehack

Fake it till you feel it. So hilft Ihr Körper, Gefühle zu regulieren. Sie fühlen sich angespannt, unruhig oder einfach neben der Spur? Oft reicht schon eine kleine Bewegung, um Ihre Stimmung zu verändern.

Warum der Körper oft schneller ist als der Kopf

Die Wechselwirkung zwischen Körper und Psyche wird in der Psychologie Embodiment genannt. Was zunächst esoterisch klingt, ist neurobiologisch gut belegt: Studien zeigen, dass Ihre Körperhaltung, Mimik, Atmung oder Muskelanspannung direkt auf Ihr emotionales Erleben und sogar auf Ihre Gedanken wirken können – ob Sie wollen oder nicht (Kurdziel et al., 2025; O’Toole & Michalak, 2024).

So kann eine weiche Gesichtsmuskulatur beispielsweise Ihr Stresssystem beruhigen, und eine geöffnete Körperhaltung signalisiert Ihrem Nervensystem Sicherheit. Langsames, tiefes Atmen aktiviert den sogenannten Vagusnerv, den wir umgangssprachlich in der Psychologie auch als „innere Bremse“ bezeichnen, da er die Stressreaktion mindern kann.

„Fake it till you feel it“ bedeutet, sich diese Mechanismen ganz bewusst zunutze zu machen, indem Sie gezielt körperliche Signale setzen, die Ihr emotionales Erleben positiv beeinflussen. Und so können Sie das trainieren:

Mikro-Muskelentspannung

Spannen Sie eine Muskelgruppe (z. B. Waden, Bauch oder Oberarme) ganz bewusst kurz an und halten Sie die Spannung für 3–5 Sekunden. Beobachten Sie dann beim Loslassen, wie der Kontrast von Anspannung und Entspannung Ihre Emotionen mildert.

Hand aufs Herz

Legen Sie eine Hand sanft auf Ihren Brustkorb und atmen Sie so tief, dass Sie das Heben und Senken unter Ihrer Hand spüren. Diese sanfte Berührung wirkt wie eine „Verankerung“, kann Sicherheit vermitteln und innere Unruhe reduzieren.

Machen Sie sich groß

Stellen Sie sich aufrecht hin und machen Sie sich so groß wie möglich. Strecken Sie Ihre Arme zur Seite, als hätten Sie Flügel. Ihr Körper signalisiert so „Offenheit“, was das Gefühl der Selbstwirksamkeit und das Selbstbewusstsein stärken kann.

Gesichtsausdruck

Über den Facial-Feedback-Mechanismus kann eine lachende Mimik Ihre Emotionen positiv beeinflussen. Probieren Sie es aus: Lächeln Sie 60 Sekunden lang ganz bewusst und übertrieben. Dies signalisiert Ihrem Gehirn: Ich bin glücklich, mir geht es gut.

Wir alle können lernen, konstruktiver mit unseren Emotionen umzugehen. Doch manchmal fühlen wir uns so überwältigt, dass unsere eigenen Strategien nicht ausreichen. Dann kann professionelle Unterstützung helfen. In der psychologischen Online-Beratung bei Instahelp lernen Sie, Ihre Gefühle besser zu verstehen und zu regulieren.

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